- geboren 1974 in Mainz.

- ab 1990 tätig in den Bereichen Musik, bildende Kunst.

- ab 1995 Arbeit als freier Journalist und Redakteur.

- ab 1998 tätig im Bereich Fotografie.

- Germanistik - Studium in Darmstadt, Magisterabschluss 2008.

- ab 2014 Arbeit als freischaffender Autor, Fotograf und bildender Künstler 

   in Darmstadt und Susello, Italien.

 

 

 

FRAGEN AN MICH

 

Woran erkennt man einen guten Galeristen? An seinem Enthusiasmus, an seinem Einfühlungsvermögen, an seiner Vision, an seiner Fähigkeit Menschen zu begeistern, an seiner Fähigkeit zur klaren Kommunikation, an seinem Gefühl für Räume, an seinem Gefühl für Licht, an seinem Gefühl für Zusammenspiel, an seinem Spieltrieb…

Was macht dein künstlerisches Schaffen unverwechselbar? Meine persönliche Geschichte, mein individuelles Sein macht mein künstlerisches Schaffen unverwechselbar. Es ist meine Geschichte, die meinen Blick auf die Welt formt, und aus welcher heraus ich meine Geschichten erzähle; sei es bildhaft oder im Wort. Es ist wie bei allen Menschen: Niemand kann das, was aus mir erwächst, ausdrücken, so wie ich es kann. Der Ausdruck ist immer individuell; selbst wenn er in der Form sich anlehnen mag an Bekanntes. Und die Geschichten, die wir erzählen, erzählen wir in erster Linie uns.

Was sagt Kunst über ihren Schöpfer aus? Kunst ist für mich in erster Linie stark mit dem immer wiederkehrenden Versuch verknüpft, Unabbildbares zu abzubilden, Unbeschreibbares aufzuschreiben, Unsichtbares zu fotografieren. Der Künstler ist in diesem Sinne auch immer ein Sisyphos. Er muss scheitern, er kann nicht fertig werden, denn das, was er sucht, kann er eigentlich nicht finden. Er kann den Punkt nicht voll treffen. Doch es liegt etwas sehr Tröstliches in diesem sich wiederholenden Scheitern. Es hält den Motor am Laufen. Ich denke, der Künstler ist Forscher, und sein Werk erzählt letztlich vom Scheitern seiner Expeditionen – und dem lächelnden Einverständnis damit.

Dein Traum vom Glück? Keinen Traum vom Glück mehr zu haben.

Bei welcher wichtigen Revolution wärst Du gern dabei gewesen? Im Wort Revolution steckt ja die „Wiederauflage“. Etwas wird wieder – also „re“ – gedreht, gerollt. Insofern ist Revolution für mich persönlich nicht unbedingt etwas sehr Erstrebenswertes.

Wie ich mich selbst sehe? Ich erlebe mich als zunehmend frei.

Welcher Droge bist Du verfallen? Ich glaube, keiner bislang.

Was bedeutet es Dir Künstler zu sein? Ich glaube, es bedeutet, sich, seinem Selbst, Ausdruck zu verleihen auf eine Art, die nicht zweckgebunden ist – und gekennzeichnet von sich steigernder Intimität und Intensität.

 

(AUS: KÜNSTLERGESPRÄCH, www.curart.de)

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© Thorsten Scheu